Die Leichtigkeit des Gärtnerns - Entspannt pikieren, düngen, wässern, jäten

von Elisabeth

Ich bin dieses Jahr spät dran mit meinen Gartenaufgaben. So scheint es zumindest, wenn ich mir meine vorgezogenen Minipflanzen anschaue - oder, die zahlreichen Gartenbeiträge in den Sozialen Medien. Im ersten Moment hat mich das etwas frustriert. Im Zweiten habe ich mir gedacht, dass es sicher nicht nur mir so geht. Die Tage sind oft so voll mit To Dos und Verpflichtungen. Da gehört der Garten irgendwie nicht auch noch dazu. Denn für mich ist er ein Ort zum Entspannen und Verweilen, zum Auftanken und Loslassen.

Also einen Gang zurück schalten und Stress rausnehmen. In diesem Blogbeitrag gebe ich dazu ganz bewusst ein paar Tipps und Erfahrungen weiter, damit Dir genau das gelingt.

Über Termine, Pflanzkalender und Garten-To Dos

Natürlich sind die Monate von März bis Juni die Monate im Jahr, in denen im Garten die meisten Aufgaben anstehen, auch auf dem Balkon. Und natürlich wuselt jeder, der es sich hier schön machen möchte, in diesen Monaten am Meisten. Informationen, wann was zu tun ist, findest Du zuhauf in Büchern, Medien und bei (Garten)Nachbarn. Damit einen die Flut von Informationen gerade am Anfang nicht überschwemmt, rate ich immer zu Weniger statt Mehr. Und vor allem dazu, einfach anfangen und sich auszuprobieren. Am besten erst einmal mit drei bis fünf Lieblingspflanzen. Lies dazu gerne auch meine beiden letzten Blogbeiträge.

Der zweite Tipp: Nimm die Aussaat- und Pflanztermine nicht zu genau. Zwei drei Wochen später machen in der Anzucht nichts. Wenn ich es bei einzelnen Sorten nicht geschafft habe, das Saatgut im Haus vorzuziehen, bringe ich es später einfach direkt draußen in die Erde. Ein gutes Hilfsmittel, um hier einen Überblick zu bekommen, ist mein Aussaat- und Pflanzkalender für Stadtgärten. Er gibt nicht nur für die ersten Gartenmonate, sondern für das ganze Jahr eine Orientierung, wann eine Vielzahl an Pflanzen im Haus und im Freiland ausgesät und gepflanzt werden können. Im Kalender habe ich zudem jede Menge Platz für eigene Notizen gelassen. So entsteht für die nächsten Jahre ein gutes Nachschlagewerk mit Lieblingssorten und Erfahrungen. Auch ich aktualisiere den Kalender jedes Jahr.

Aussaat- und Pflanzkalender für Stadtgärten

Pikierst du noch oder pflanzt du schon? 

Im letzten Blogbeitrag habe ich jede Menge Informationen zum Vorziehen von Jungpflanzen im Haus gegeben. Bevor diese Pflänzchen in den (Topf)Garten dürfen, fehlen noch zwei wichtige Schritte: das Pikieren und Abhärten.

Pikieren klingt komplizierter als es ist. Hiermit ist lediglich gemeint, dass Du die Pflanze, sobald sich das erste richtige Blattpaar zeigt (im Foto die ersten Tomatenblätter mittig), in reichhaltigere Gemüse- oder Komposterde umsetzt. Das gibt ihr nach dem Keimen in eher magerer Anzuchterde wichtige neue Nährstoffe und lässt sie weiter wachsen. Nicht alle Pflanzen müssen pikiert werden. Radieschen zum Beispiel sät man direkt im Freiland aus. Mohn ist mit seinen zarten Wurzeln eher zimperlich, wenn man ihn umtopft. Auch hier gibt mein Aussaat- und Pflanzkalender eine gute Orientierung, welche Pflanzen vorgezogen werden und welche besser gleich im Freiland ausgesät werden sollten.

Ein kurzes Video zum Pikieren habe ich in meinem Instagram Profil hochgeladen. Als Hilfsmittel benutze ich einen kleinen Pikierstab und natürlich größere Pflanztöpfe mit Untersetzer. Bevor ich Gartenutensilien neu kaufe, schaue ich natürlich immer erst einmal, was ich bereits besitze und dafür nutzen kann. Ein kleiner Löffelstiel und alte Töpfe aus der Gärtnerei tun es zum Pikieren und Umpflanzen auf jeden Fall auch.

Sobald die Tagtemperaturen dauerhaft über zehn Grad liegen, ist es wichtig die kleinen Pflanzen tagsüber an der frischen Luft abzuhärten. Damit gewöhnst Du sie an die neuen Witterungsbedingungen wie Wind, Sonne und Temperatur. Ich öffne dazu meist einfach das Dachfenster unter dem ich meine Pflanzen vorziehe und lasse es den ganzen Tag offen. Oder trage die Töpfe an einen geschützten Ort im Schatten auf der Dachterrasse. Es ist wichtig, die Pflanzen langsam an die Sonne zu gewöhnen, da ihnen sonst ein Sonnenbrand droht, der sie sterben lässt. Ein paar Tage erst im Schatten, dann Stück für Stück in der Sonne genügen und die Pflanzen sind fit zum Auspflanzen.

Mein dritter Tipp dreht sich genau um diese Schritte: Wenn Du zu Beginn des Jahres keine Zeit hattest, Pflanzen aus Samen vorzuziehen und sie zu pikieren, umzutopfen, abzuhärten und schlussendlich ins Beet zu pflanzen. Kein Problem! Über das ganze Jahr können immer wieder Pflanzen vorgezogen und später ausgepflanzt werden. Auch hier hilft dir mein Aussaat- und Pflanzkalender. Ich ziehe zum Bespiel Salat immer noch mal später im Jahr vor und habe dann versetzt eine Ernte, wenn bei anderen Lücken im Beet entstehen. Auch Kürbisse und Gurken fange ich jetzt erst an vorzuziehen, weil sie schnell wachsen und dann im Nu nach draußen ins Beet oder in den Topf gepflanzt werden können. Und natürlich kaufe auch ich immer einen Teil unseres Gemüses bei Gärtnereien aus der Region als Jungpflanze, um sie gleich nach draußen ins Beet zu setzen. Inzwischen ziehe ich tatsächlich nur noch das Gemüse, die Kräuter und Blüten vor, die mich besonders interessieren oder die irre gut schmecken. Und glaubt mir, das sind immer noch viele ...

Langzeitdüngen und Mulchen sparen Arbeit

Was ich lange Zeit unterschätzt habe, aber viel viel Arbeit und Zeit bei der Gartenpflege auch im Topfgarten spart, sind vorausschauendes Düngen und Mulchen. Deshalb gebe ich Dir hier die beiden wohl wichtigsten Tipps in diesem Beitrag: Schenke Deiner Topf- oder Gartenerde schon vor dem Einpflanzen einen biologischen Langzeitdünger. Dieser versorgt deine Pflanzen genau dann mit Nährstoffen, wenn die Düngerbeigabe der meisten biologischen Gartenerden aufgebraucht ist - meist nach zwei bis drei Monaten. Das macht sicher die eine oder andere Düngergabe im Laufe der Saison überflüssig und Dir bleibt wieder mehr Zeit zum Gartengenießen. Schafwolldünger versorgt Deine Pflanzen nicht nur mit wichtigen Nährstoffen, er speichert auch Wasser gut in der Erde. Das ist gerade für Topfpflanzen wichtig, da hier die Erde schneller austrocknet als im Gartenboden. Ergänzend dazu habe ich tolle Erfahrungen mit diesen Tonkegeln zur wassersparenden Bewässerung gerade von Topfpflanzen und Balkonkästen gemacht.

Mulchen im Topf

In jedem Fall solltest Du auch bei Topfpflanzen die Erdoberfläche mulchen - also mit einer Art Schutzschicht versehen. Das unterdrückt Beikräuter und hält die Erde länger feucht. Auch das kannst Du mit Schafwolldünger tun, indem Du ihn auf der Oberfläche ausbringst. Ich verwende aber auch gerne Grasschnitt vom Nachbarn oder kleingeschnittene Küchenabfälle wie Kartoffelschalen oder auch verblühte Sträucher und gesunden Pflanzverschnitt, den ich klein schneide und auf die (Topf)Erde aufbringe. Noch wichtig zu wissen: Mulchen solltest Du erst, wenn die Pflanze etwa 5 cm groß ist.

Cleveres Düngen, Wässern und Mulchen sparen Dir also jede Menge Zeit beim Gärtnern und Du hast mehr Zeit für die Hängematte. Gerade durch das Mulchen gehört Unkrautzupfen bei mir inzwischen fast schon der Vergangenheit an.

Auf Instagram und Facebook lade ich Dich ein, mich in meiner Gartensaison zu begleiten. Verlinke mich gerne, wenn Du selbst aussäst, pflanzt oder mich sonst unterstützen möchtest. Ich freue mich immer sehr zu sehen, was aus Deinen Sprießerie Produkten entsteht und wächst.

UND: Schreib mir gerne, wenn Dich meine Gartenberatung interessiert. Hier begleite ich Dich persönlich und mit individueller Anleitung auf dem Weg zu Deinen Traumgarten, speziell auf dem Dach oder Balkon. 

Egal wie und wo, ich freue mich von Dir zu hören und wünsche Dir weiter viel Spaß beim Stadtgärtnern und immer Zeit zum Genießen.

Nützliche Links:

- Saatgut für Groß und Klein

- Alle Produkte im Gartensortiment

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